Erdöl

Vor etwa 230 Millionen Jahren brach der Superkontinent Pangäa
auseinander – und in den Spalten bildeten sich neue, nährstoffreiche Meere. Aus den Überresten winziger Meeresorganismen, speziell der Dinoflagellaten, entstanden in der Tiefe Faulschlämme, die zu Ölschiefer wurden. Aus diesen entstanden später Erdöl und Erdgas.

Das alles ist Erdöl

Erdöl ist der Grundstoff unseres modernen Lebens. Nicht nur alle unsere Autos, Flugzeuge, viele Industrieanlagen und Heizungen wurden und werden damit betrieben – wir laufen auch über Erdölprodukte, tragen sie, cremen uns mit ihnen ein, trinken aus ihnen und wir kauen sie sogar. Wären nicht viele dieser Produkte parfümiert, würden wir riechen wie eine Tankstelle.

Quirinus-Öl

Mitte des 15. Jahrhunderts wurde am Westufer des Tegernsees aus der Erde tretendes Erdöl entdeckt. Diesem schrieb man besondere Heilkraft aufgrund des Wirkens des heiligen Quirinus zu, dessen Reliquien im naheliegenden Benediktinerkloster verwahrt wurden. Wallfahrer, die dem heiligen Quirinus ihre Anliegen vortrugen, erwarben das Öl von den Mönchen des Klosters. Man salbte damit schmerzende Glieder oder trank es. Oft besserten sich die Beschwerden, auch Wunderheilungen gab es. Heute ist die Quelle versiegt.

Wachsvotive

Mit Wachsvotiven dankten die Gläubigen dem Heiligen, wenn die Öl-Kur geholfen hatte. Wachs war bis ins 19. Jahrhundert ein kostbarer Stoff. Wenn die Votive eine Weile am Altar gestanden hatten, wurden sie eingesammelt, eingeschmolzen und zu Kerzen verarbeitet.

Kapitel 7