Exkursion Garmisch-Partenkirchen

Beim Thema Klimawandel gibt es schon jetzt in ganz Deutschland kleinere und größere Auswirkungen zu beobachten, seien es Überschwemmungen durch massiven Regenfall, höhere Temperaturen im Sommer mit einhergehenden Trockenperioden, die sogar den heimischen Rasen im Vorgarten leiden lassen, wärmere und damit schneefreie Winter oder Stürme, die mit starken Windböen manchmal schwere Schäden in Stadt und Land hinterlassen.
Wir haben uns in eine Region begeben, in welcher man auf wenigen Quadratkilometern viele Auswirkungen des Klimawandels beobachten kann und die sich in den nächsten Jahren – stärker als andere Gebiete Deutschlands – auf diese Veränderungen im wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Leben einstellen muss.


Der Markt Garmisch-Partenkirchen (708 m ü. NHN) mit ca. 26.000 Einwohnern, liegt am Fuße des Zugspitzmassivs mit der Zugspitze (2.962 m ü. NHN) als höchstem Berg Deutschlands und seinen letzten noch erhaltenen Gletscherresten, in einem Kessel zwischen Ammergauer Alpen (Kramer), Estergebirge (Wank) im Norden und Wettersteingebirge im Süden.

Erdgeschichte und Klima
Entstanden ist dieses Gebiet in großen erdgeschichtlichen Zeiträumen, als mächtige Meeresablagerungen der Trias-, Jura- und Kreidezeit zum Ende der Kreidezeit und im Tertiär gepresst, gefaltet und übereinander geschoben wurden. So kann man den hellen Kalk, aus dem die Gipfel, Grate und schroffen Felswände des Wetterstein-Massivs bestehen und den dunklen Hauptdolomit sehen, der überwiegend Kramer und Wank aufgebaut hat. Die Täler wurden während der Eiszeiten vor allem durch den Loisach- und Ammergletscher geformt.

Durch die vielen verschiedenen Höhenlagen rund um Garmisch-Partenkirchen und damit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen kann die Region einem breiten Spektrum an Pflanzen und Tieren Heimat bieten. In den Waldregionen kann man neben vielfältigen Orchideenarten auf den Almen Enzian, Alpenanemonen sowie Zirbelkiefern, Lärchen und Bergahorne finden.

Ortsgeschichte Garmisch-Partenkirchen
Die Besiedlungsgeschichte geht bis in die vorchristliche Zeit zurück, nachdem die Gletscher nach der Eiszeit abschmolzen und erste Siedlungen in den Tälern möglich waren. Durch die Entstehung von Handelsbeziehungen zwischen Italien und den nördlichen Ländern entstand Partanum (das spätere Partenkirchen) als Wegesiedlung um die Zeitenwende an der Strecke Richtung Italien über die Alpen. Nach dem Niedergang des römischen Reiches begann die Einwanderung der Bajuwaren und Garmisch wurde 802 erstmals "Germareskavve" urkundlich erwähnt.
Im Hochmittelalter erlebte die Region einen wirtschaftlichen Aufschwung, weil durch Handelsbeziehungen Augsburger Kaufleute nach Italien der Ort als Station vor, bzw. nach der Alpenüberquerung an Bedeutung gewann. Eine Haupteinnahmequelle war die Flößerei auf der Loisach. Durch den 30-jährigen Krieg und die Napoleonischen Kriege wurden jedoch die Handelsbeziehungen unterbrochen und das Gebiet verarmte.
Erst als 1889 die Eisenbahnverbindungen von München her (1912 nach Innsbruck) entstand, gab es einen neuen Aufschwung, der vor allem durch den Fremdenverkehr (Bau der Zugspitzbahn 1927/1928) möglich war.  1935 wurden die beiden Gemeinden Garmisch und Partenkirchen unter dem Druck der Reichsregierung vereinigt und präsentierten sich 1936 als Austragungsort der 4. Olympischen Winterspiele. 

Heute ist Garmisch-Partenkirchen der meistbesuchte Fremdenverkehrsort in den Deutschen Alpen und bietet neben einer außergewöhnlichen Landschaft und Natur auch ein breites kulturelles und sportliches Angebot mit Besonderheiten wie dem Neujahrsspringen im Rahmen der Vierschanzentournee, den traditionellen Kandaharskirennen oder der bayerischen Meisterschaft im Hornschlittenfahren. So wird 2011 zum zweiten Mal die Alpine Skiweltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen durchgeführt.

Wanderung zum Thema „Klima“
Will man sich in Garmisch-Partenkirchen auf die Suche nach Auswirkungen des Klimawandels machen, bietet sich eine Wanderung am Wank (1.780 m ü. NHN), dem Aussichts- und Sonnenberg an, weil man von hier aus einen einmaligen Blick auf die verschiedenen Gebirge rund um Garmisch-Partenkirchen, wie Esterberg, Ammer, Karwendel und Wettersteingebirge mit der Zugspitze hat, aber auch hinunter nach Garmisch-Partenkirchen und das Loisachtal. Dieser Blick und eine Wanderung rund um den Wank zeigen viele sichtbare Auswirkungen des Klimawandels auf die Region, wie auf Skitourismus, den Wald, Windbruch durch Stürme, die Vogelwelt und Hochwasser.

Voraussetzungen zur Wank-Wanderung
Die Wanderung ist nicht für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen geeignet.  Sie sollten über festes Schuhwerk und evtl. Wanderstock verfügen. Die Wege sind teilweise sehr schmal und somit für Wanderungen mit kleineren Kindern nicht empfehlenswert. Da die Strecke teils über größere Höhenunterschiede verläuft, sollten Sie sich als ungeübter Wanderer genügend Zeit nehmen und  ausreichend Wasser sowie evtl. Kleidung zum Wechseln bei sich haben.

Die Wanderung beginnt an der Wank-Talstation im Ortsteil Partenkirchen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie die Talstation ab dem Bahnhof mit den Linien 3/5 bis Wankbahn. Fahrplan Download unter: http://www.gw-gap.deMit dem eigenen PKW folgen Sie der örtlichen Beschilderung.  Von der Wankbahn-Talstation können Sie bis auf die Mittelstation fahren. (Fahrkarte für einen Erwachsenen 8,50 €; Preise der Wankbahn unter www.zugspitze.de/wank/preise.php ) Die Wanderung wird rund um den Wank über den Hüttelsteig zum Almgasthof „Esterberg“ verlaufen, von dort zur Gaststätte „Gschwandtnerbauer“ und wieder hinab nach Partenkirchen. (ca. 4-5 Stunden)

Alternativ lohnt es sich auch, auf den Wank hinaufzufahren, um von dort einen eigenen gewählten Wanderweg zu finden.  Für ganz Mutige findet sich hier auch ein Drachenflugstartplatz. Außerdem kann man auch im Wank-Haus auf 1.780 m ü. NHN übernachten. Nähere Informationen hierzu unter: www.becker-stoll.de



Bei der Mittelstation angekommen können Sie zunächst einen Rundumblick machen – und schon die ersten Hinweise für den stattfindenden Klimawandel beobachten: Bei gutem Wetter können Sie direkt zur Zugspitze und darunter den Gletscher Höllentalferner sehen (der Zugspitzgletscher geht nach Süden).

Auch diese Gletscher unterliegen dem weltweiten Trend der massiven Gletscherschmelze, so dass der Zugspitzgletscher, wie auch andere Gletscher in Österreich und der Schweiz, über den Sommer mit Kunststoffplanen in einer Größe von circa 9.000 Quadratmetern abgedeckt wird – 2007 wegen des warmen Winters sogar noch früher als sonst - um das einfallende Sonnenlicht durch die Planen zu reflektieren und den Schmelzvorgang des Gletschereises dadurch zu verzögern. Trotz dieser Maßnahmen wird vermutet, dass der Gletscher nur noch circa 15 Jahre für den Wintersport nutzbar sein wird.

Weiter sehen Sie geradeaus den Hausberg (1.340 m ü. NHN) und das Kreuzeck (1652 m ü. NHN) mit den Skistrecken, die durch den Wald führen. Seit 1900 wird das Gebiet für den Skisport genutzt. 1926 wurde als erste Seilschwebahn Bayerns die Kreuzeckbahn gebaut, 1938 der damals längste Schlepplift Europas auf den Hausberg. Die anspruchsvollste Strecke ist die „Kandahar“ auf welcher der Skifahrer auf 3,455 Meter Länge einen Höhenunterschied von 960 m (Start: am Kreuzjoch 1.700 m ü. NHN – Ziel 740 m ü. NHN) zurücklegt. Der Streckenrekord dabei liegt unter 2 Minuten. Mit hohem finanziellem Aufwand wird derzeit das Skigebiet aufgewertet. Die neue Seilbahn am Hausberg wurde bereits mit einem Aufwand von 8,6 Millionen € errichtet. Die Kandahar muss für die anstehende Ski-WM im Jahr 2011 für 9 Millionen Euro ausgebaut werden, um den neuen FIS- Bestimmungen gerecht zu werden. Der Klimawandel ist sicherlich der wichtigste Grund dafür, dass in diesem Gebiet die Abfahrten künstlich beschneit werden müssen. Mit einer möglich beschneibaren Fläche von ca. 55 ha der Dreh-, Horn- und Kandaharabfahrten entsteht dann die bei weitem größte Anlage in Deutschland. Am Hausberg wird derzeit dafür ein Speichersee gebaut, der 62 000 Kubikmeter fasst.

Von diesem Standort aus können Sie auch die neue Skischanze für das Neujahrsspringen sehen. Die  alte Schanze mit einer Gesamthöhe von 119 Metern (Turmhöhe 38m) wurde am 14.04.2007 gesprengt und machte der neuen Schanze Platz, die am Neujahrsspringen 2008 eingeweiht wird. [Die neue Schanze war ursprünglich mit einem Preis von 10 Millionen Euro veranschlagt. Da aber der Stahlpreis durch eine verstärkte Nachfrage auf dem Weltmarkt im Jahr 2007 stark angestiegen ist, kostet sie bis dato (Juni 2007) bereits 14 Millionen Euro.] Ob die beschriebenen Investitionen im Wintersport bei weiteren schneearmen und kurzen Wintern, die es bei immer wärmeren Temperaturen sicher geben wird, rentabel sind, bleibt fraglich.

Ausgehend von dieser Blickrichtung sehen Sie außerdem auf der linken Seite eine große Freifläche unten am Berg, in dem alle Bäume durch Windbruch zerstört wurden. Diese Fläche werden wir später auf Weg den Berg hinab noch einmal aus der Nähe sehen. Doch bereits aus dieser Entfernung erhält man einen Eindruck von der Kraft der Windböen, welche hier auf den Wald getroffen sind.

Von der Mittelstation und dem Aussichtspunkt aus, wenden Sie sich bitte nach rechts und starten die Wanderung. Halten Sie sich an die Beschilderung „Hüttelsteig“ zum Esterberg, die nach wenigen Metern rechts vom Weg abzweigt.  Auf dieser Wegstrecke laufen Sie zunächst an der Westseite des Wanks entlang. Der schmale Weg des Hüttelsteigs führt durch den Wald und über manche Stufen in die Höhe und wieder ein Stück hinab.


Passen Sie gut auf, wohin Sie treten, da es nicht nur links steil den Berg hinab geht, sondern weil es sich auch oft die vielen hier heimischen Salamander (“Bergmanndl“) auf den Wegen gemütlich machen.

Exkurs: Hochwasser in Garmisch-Partenkirchen


Eines der massivsten Probleme Garmisch-Partenkirchens ist, dass drei Flüsse in der Mitte der Stadt zusammenfließen: die Loisach, die Partnach und der Kankerbach. Bei starken regionalen Regenfällen innerhalb kurzer Zeit, die es als Auswirkung  des Klimawandels wohl in Zukunft noch öfter geben wird, als in der Vergangenheit, werden und wurden diese drei Flüsse mit ihren jeweiligen Zuläufen für den Ort zu einem großen Problem. Die Flussbette und Gräben, welche durch die Stadt führen, laufen schnell voll und überfluten die Umgebung. 2005 standen so Teile des Ortes unter Wasser und der Fluss musste durch die Hauptstraße von Partenkirchen geleitet werden, um größere Schäden in den Wohngebieten zu verhindern.  Die Folge davon war, dass nach Ablaufen des Wassers und trotz mehrfacher Reinigung der Straßen die Feinstaubbelastung durch den feinen Schlamm, der sich zwischen den Steinen abgelagert hatte, sehr hoch war.  Der Markt Garmisch-Partenkirchen arbeitet nun seit einigen Jahren an einem Projekt zum Hochwasserschutz. Dieses umfasst neben der Verstärkung der Dämme und Ausbau der Uferstrecken an der Partnach und ein bereits errichtetes Hochwasserrückhaltebecken für die Kanker beim Klinikum, das circa 220.000 m3 Staufläche für das Wasser der Kanker bereithält. Die Gesamtbauzeit des Projektes umfasst circa 10 Jahre und ist mit derzeit circa 25 Millionen Euro veranschlagt.

Auf Ihrem Weg durch den Wald können Sie zwischen den Bäumen ins Loisachtal hinabblicken, das von Garmisch-Partenkirchen über Farchant Richtung Murnau führt, wobei vor allem auch der Fluss mit seinen bei den Hochwasser der vergangenen Jahre ausgeschwemmten Uferbereichen nicht zu übersehen ist.  Nach circa einer halben Stunde überquert der Weg einen Wasserlauf, welcher den Berg hinabführt. Bei den ausgewaschenen Seiten kann man sich nur in etwa vorstellen, wie viel Wasser bei starkem Regen den Berg hinabstürzt: hier können sich Pflanzen nicht halten. Jedoch hat man auch an dieser Stelle die Möglichkeit, die typischen Schichtformationen des Plattenkalks und die Bankung des Hauptdolomit zu sehen, aus denen der Wank überwiegend besteht. Kann man wohl auch hier Ammoniten, Muscheln oder andere Fossilien finden?

 In der Nähe des Ortes Farchant unten im Tal sieht man die Schäden des Hochwassers von 2005 ganz deutlich am Loisachufer: Zum einen gräbt sich das Flussbett des Kuhfluchtwasserfalls vom Berg zur Loisach hin, das durch die hellen Steine den umgehenden Wald unterteilt. Direkt am Zufluss zur Loisach sieht man noch heute die gewaltigen Kräfte, welche die Wassermassen mit sich brachten: hier sieht man eine große Fläche junger Bäume, die gepflanzt wurden, nachdem ihre Vorgänger von den Fluten entwurzelt und weggerissen worden waren.

Der Wanderweg führt uns weiter zur Esterbergalm, die 1.265 m ü. NHN in einem Hochtal zur Pause einlädt. Ringsumher können Sie die Vielfalt der Almenfauna bewundern, die sich im Frühling und Sommer durch mehrere Orchideenarten und seltene Bergpflanzen auszeichnet. Neben Tollkirschen und Teufelkralle finden Sie Akeleien und Enzian. Bergflora Bei einer Rast können Sie hier vom Norden aus zur Wankspitze hinaufblicken – und damit die Ausweichstrecke der Ski-WM 1976 sehen, die als Alternative bei zu wenig Schnee zwar vorbereitet, jedoch nie genutzt wurde. Heute ist dieses Gebiet ein Problembereich, da bei starkem Regenfall das Erdreich wegen fehlender Bepflanzung vor allem an den Wegen abgetragen wird. Es ist geplant, dieses Areal im Rahmen der Ausweichsflächenbepflanzung für die Ski-WM 2011 aufzuforsten.  Auf dem Weg um die Ostseite des Wank wird eine weitere Auswirkung des Klimawamdels sichtbar: das Fichtensterben. Das trockenere und zunehmend wärmere Klima, welchem die Fichte nicht gewachsen ist, befördert deren Schädlingsbefall und schließlich ihr Sterben. Während der Wanderung kann man so immer wieder befallene oder auch abgestorbene Bäume sehen. Die Fichte ist jedoch in dieser Region der so genannte „Brotbaum“, da vor allem diese Sorte für die wirtschaftliche Holznutzung geschlagen wird. Eine Veränderung in diesem Wirtschaftszweig wird notwendig. Die Aufforstung geschieht mittlerweile vor allem durch Lärchen, Ahorn und Tannen. 

Das Waldgebiet um den Wank hat neben holzwirtschaftlichem noch weiteren Nutzen: 50-60 ha der Süd- und Osthänge sind Weideflächen für die Bauern. Somit ist es nicht ungewöhnlich, dass vor dem Wanderer plötzlich nach einer Kurve ein Schaf auf dem Weg steht oder das Läuten der Kuhglocken das Klettern am Berghang begleitet.  Was Wildtiere betrifft, so gab es bis vor ca. 30 Jahren noch bis zu 200 Gämse am Wank – diese wurden aber mittlerweile alle abgeschossen. Diese fehlen nun bei einer natürlichen Fauna des Waldes. Die Beweidung der Flächen ist auch für viele Bauern nicht rentabel – was einen weiteren Rückgang der Grünflächennutzung nach sich zieht. Dies hat aber extreme Auswirkungen auf die Landschaft: der Farn nimmt – was man als Wanderer auch sehen kann – immer mehr Raum zwischen den Bäumen ein.  Weitere Grünflächen werden so zuwachsen. Diese sind jedoch nicht nur Schutz bei Waldbrand, sondern auch natürliche Heimat der Bergflora. (Der Hausberg war, wie auf alten Postkarten zu sehen ist, früher reine Weidefläche!)

Auf dem Weg zurück ins Tal kommt man dann an der Windbruchstelle vorbei, die man an der Mittelstation schon als freie Fläche sehen konnte: über eine weite Fläche wurden hier alle Bäume während eines Sturmes abgebrochen oder sogar entwurzelt. Da solche Stürme jedoch durch den Klimawandel an Quantität und Stärke noch weiter zunehmen werden, könnte dieses Bild in Zukunft leider noch öfter sichtbar werden.

Exkurs: Der verschwundene See
Hochwasser verändert die überschwemmten Gebiete manchmal vollständig. Das Wasser der Flüsse lässt sich auch oft von Straßen, Städten und größeren Bauwerken nicht aufhalten. Die Folge sind neben den Zerstörungen an Gebäuden ein veränderter Flusslauf oder auch neue See- und Flusslandschaften.
Manchmal verschwinden aber auch ganze Seen durch eine Flut.

Ansichtskarte

Das ist im Reintal, einem Tal aus dem Wettersteingebirge (Zugspitzmassiv) im Jahr 2005 durch das Hochwasser geschehen, als durch die vom Regenwasser in Bewegung gesetzten Schlamm- und Geröllmassen die „Blaue Gumpe“ auf ca. 1.210 m ü. NHN, einem bei Wanderern und Mountainbikern beliebter Gebirgssee im oberen Bereich der Partnach, vollständig ausfüllten.  So ist die Blaue Gumpe noch auf in vielen Wander- und Mountainbikeführern und –karten verzeichnet, der See ist aber 2005 komplett verschwunden.

Ansichtskarte von 1935 unter: www.ansichtskarten-info.de

Bevor der Weg uns zurück nach Garmisch-Partenkirchen führt, ist ein Abstecher zur Berggaststätte „Zur schönen Aussicht“ möglich. Direkt dahinter befindet sich die Vogelschutzwarte des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz (LfU) – und damit noch ein weitere Bezug zum Klimawandel. Da hier seit 40 Jahren täglich Vögel, aber auch Pflanzen und Tiere aufgefangen und gezählt werden, sind im Vergleich von langen Zeiträumen Aussagen über die Auswirkungen des Klimawandels auf das Vogelreich in dieser Region möglich.

Grundsätzlich sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vogelwelt sehr schwierig zu erfassen, da Veränderungen immer verschiedene Gründe haben können. Besonders deshalb ist das Monitoring – das Verzeichnen und Verfolgen einzelner Trends über lange Zeiträume – so wichtig, um kurzfristige oder auch regional begrenzte Abweichungen aufzudecken. Es gibt aber bisher vier gesicherte Fakten:

1) Die Mittelstreckenzieher (z.B. Mönchsgrasmücke) kommen fünf Tage früher nach Garmisch-Partenkirchen,
2) die Mittelstreckenzieher fliegen fünf Tage später weg,
3) Vogelarten aus dem Mittelmeerraum werden in Garmisch-Partenkirchen heimisch, wie der Bienenfresser, die Felsenschwalbe und Zwergeulen und
4) Vogelarten überwintern in der Region und ziehen gar nicht mehr.

Außerdem hängt die Vogelwelt sehr eng mit der Welt der Insekten zusammen: wo viele Insekten sind, haben Vögel bessere Bedingungen. So können sich Insekten durch den Klimawandel, d.h. wärmere Winter und langes Frühjahr stärker ausbreiten. Ihre Larven schlüpfen teilweise früher und zahlreicher, was für die Vögel vor Ort ein großer Vorteil ist. Theoretisch sind Zugvögel, die zu ihrer gewohnten Zeit in der Region ankommen, im Nachteil, da viele Insekten bereits gefressen oder schon in einem anderen Entwicklungsstadium sind.

Obwohl eine Vielzahl von Veränderungen weiter überwacht und gesichert sowie neu beobachtete Trends überwacht werden müssen, ist es schon jetzt Fakt, dass die Klimaveränderung das Artenspektrum der Vogelwelt in der gesamten süddeutschen Region verändern wird.

Insgesamt zeigt sich für den Markt Garmisch-Partenkirchen, dass hier bereits auf die Veränderungen, welche sich durch den Klimawandel zeigen, reagiert wird. Neben hohen Investitionen in Hochwasserschutz und Aufforstung freier Waldgebiete ist es vor allem der Skitourismus, bei welchem sich ein Wechsel zeigt, da bereits jetzt Maßnahmen zur Präparierung von Skipisten bei schneearmen Wintern finanziert werden.

Informationen zu Garmisch-Partenkirchen
Eigene Homepage: www.garmisch-partenkirchen.de
Hier ist auch unter „Tourismus“ die Suche nach Zimmern in verschiedenen Kategorien möglich. Darüber hinaus gibt es einen Veranstaltungskalender, WebCams, Wetter u.v.m.

Die E-mail Adresse der Touristen-Information ist:
mailto:tourist-info@gapa.de

Die Adresse:
Tourist-Information
Richard-Strauss-Platz 2
82467 Garmisch-Partenkirchen
Tel. 08821/ 180700
Fax 08821/ 180755

Weitere interessante Links
http://www.zugspitze.de/ Die Internetadresse der Zugspitze
www.garmisch-partenkirchen.de/de/f1ebe73e-1c84-a98c-80e2-f4bbc665f8d6.html Weitere Wanderungen um Garmisch-Partenkirchen
www.zugspitze.de/livecams/index.php WebCams
www.alpenverein-ga-pa.de Alpenverein Garmisch-Partenkirchen
www.agenda21-garmisch-partenkirchen.de