Vulkanismus als CO2-Quelle|Spaziergang durch die Vulkaneifel

Vulkane sind eine natürliche CO2-Quelle – und in der Urzeit der Erde waren sie die wichtigste. Heute ist das CO2, das Vulkane liefern, mengenmäßig kaum bedeutend verglichen mit dem, das wir Menschen freisetzen. In Gegenden, in denen Vulkane aktiv sind, spielt das CO2 aber sehr wohl eine Rolle – man muss sich vor ihm in Acht nehmen. Manche Kraterseen können bisweilen ganz plötzlich große Mengen CO2 freisetzen, die dann zu einer Bedrohung für Mensch und Tier werden. Andererseits nutzen die Menschen in den Gegenden, in denen es natürliche CO2-Quellen gibt, dieses Gas als Ressource. Es wird zum Beispiel ab - gezapft, in Druckflaschen gefüllt und verkauft. Oder es gelangt direkt, als so genannte quelleigene Kohlensäure, in den Sprudel.Besonders aktive Vulkangebiete lassen sich meist an den Rändern der Erdkrustenplatten finden, da hier viele Umwandlungs- und Umgestaltungskräfte wirken, welche Druck auf die Erdmassen dieser Regionen ausüben. Darüber hinaus kann das Magma aus dem Erdinneren hier leichter aufsteigen, was eine erhöhte vulkanische Tätigkeit zur Folge hat. In Deutschland gibt es keine aktiven Vulkane, aber drei Gebiete, in denen es vulkanische Aktivitäten gab: den heutigen Kaiserstuhl im Oberrheintalgraben bei Freiburg, das Hegau am Bodensee und die Eifel, als jüngstes Vulkangebiet Mitteleuropas. Dieses Gebiet von circa 1.200 Quadratkilometern ist ganz besonders interessant, um die Auswirkungen des Vulkanismus zu verfolgen und die landschaftlichen Besonderheiten und erdgeschichtlichen Veränderungen zu entdecken. So ist die Vulkaneifel auch nicht am Rande einer Erdkrustenplatte, sondern innerhalb einer Platte in einer Bruchzone – dem Rheintalgraben – entstanden. Der Eifel-Vulkanismus begann dabei während der erdgeschichtlichen Zeit des Tertiärs (also bis vor 65 Millionen Jahren), legte dann eine Ruhepause ein und dann vor circa 600.000 Jahren in der Zeit des Quartärs wieder auf. Darüber hinaus ist das Gebiet der Eifel für Geologen besonders interessant, da mehrere geologische »Stockwerke«, also Gesteine aus fast allen Epochen der Erdgeschichte, aufweist. Die Eifel bietet für Hobbygeologen oder Vulkanismusinteressierte eine Vielzahl von Angeboten entlang der »Deutschen Vulkanstraße« (Deutsche Vulkanstrasse), um die Vulkaneifel zu entdecken. Im Folgenden soll ein Spaziergang speziell zum Thema CO2 beschrieben werden, dem man in der Eifel auf unterschiedliche Weise begegnen kann. Schon wer ein Glas Gerolsteiner Sprudel trinkt, kommt in Kontakt mit CO2 aus der Eifel: Das CO2, das in diesem Sprudel enthalten ist, ist kein gereinigtes Nebenprodukt eines industriellen Prozesses, wie es sonst bei Sprudeln oder SoftDrinks meist der Fall ist, sondern kommt direkt aus dem Boden. Es ist damit chemisch gesehen nicht besser oder schlechter. Es hat einfach eine besondere Herkunft. – Besonders eindrucksvoll kann man das vulkanische CO2 der Eifel am Laacher See entdecken.

Laacher See
Der Lacher See liegt direkt beim Kloster Maria Laach. Der ovale See, der circa 3,3 Quadratkilometer groß ist, liegt 281 Meter über dem Meeresspiegel, ist 1.964 Meter lang und 1.186 Meter breit. An der tiefsten Stelle ist er 51 Meter tief. Der Laacher See entstand vor circa 13.000 Jahren, als an dieser Stelle ein Vulkan ausbrach. Man vermutet, dass eine Aschewolke von 30 Kilometern Höhe entstand und man kann nachweisen, dass diese Asche bis nach Schweden geweht wurde. Nachdem sich der Vulkan beruhigt hatte, sammelte sich in der Ausbruchssenke Wasser – es entstand ein See. Für Wanderungen wurden unterschiedliche Routen entwickelt und ausgeschildert. Wer aber das aufsteigende CO2 sehen möchte, sollte den Uferweg direkt um den See wählen. Er ist circa acht Kilometer lang, weist kaum Höhenunterschiede auf und kann in ein bis 1,5 Stunden zurückgelegt werden. Die CO2-Austritte können nur über einen Abstieg zum Ufer des Sees besichtigt werden. Leider führt der Uferweg zu großen Teilen nicht direkt am See entlang.

Laacher See in der Vulkaneifel.
Aufsteigendes CO2 im Uferbereich des Laacher Sees.


Die für das Thema CO2 interessanten Bereiche liegen an der südöstlichen Uferzone des Sees. Das hier aufsteigende durchsichtige Gas strömt in sogenannten Mofetten als blubbernde Blasen aus dem Seegrund hervor. An der mit einem Hinweisschild gekennzeichneten Stelle blubbert und zischt das Wasser, als hätte man eine große Badetablette in den See geworfen. Sogar im Winter zeigen Löcher im Eis die Gasaustritte. Auch wenn der letzte Ausbruch des Vulkans, aus welchem der See entstanden ist, schon 12.900 Jahre her ist, zeigen die CO2-Austritte noch immer die vulkanische Aktivität der Region. Ob und wann noch einmal eine Eruption hier stattfindet, kann nicht vorausgesagt werden. Die Gefahr ist momentan eher gering – unterschätzen sollte man sie jedoch nicht.

Vulkanmuseum Daun
Als nächste Station des Spaziergangs empfehlen wir das Vulkanmuseum in Daun. Im Vulkanmuseum sind die wichtigsten Grundlagen zu globalen und lokalen Vulkantätigkeiten veranschaulicht. Anhand von Modellen kann man die Zusammenhänge von Kontinentaldrift und (aktuellem) Vulkanismus nachvollziehen und selbst an einem Hands-on-Exponat einen Modellvulkan zum Ausbruch bringen. Des Weiteren gibt es hier Sammlungen der Gesteine, die in der Eifel zu finden sind und die aus fast allen Erdzeitaltern stammen. Zur Vertiefung der geologischen Grundlagen wurde ein Schulungsbereich unter dem Vulkanmuseum eingerichtet, in welchem Gesteine oder Fossilien untersucht, bestimmt und detaillierter unter dem Mikroskop betrachtet werden können. Im Museum werden außerdem zwei Besonderheiten erklärt: Zum einen die Entstehung von Maaren, das sind jene kreisrunde Seen, die auch in der nahen Umgebung von Daun zu finden sind und dort besucht werden können. Diese entstanden, weil beim Ausbruch eines Vulkans das Magma beim Aufsteigen zur Erdoberfläche auf wassergesättigte Gesteinszonen traf. Beim Kontakt zwischen heißer Lava und Wasser kam es zu einer Explosion, welche die Erdmassen emporschleuderte und einen Trichter entstehen ließ. Die Sprengkraft war dabei so groß, dass das Gestein zu Staub zerbröselte, der sich als eine Art Aschendecke wieder über den Trichter und die Umgebung legte. Im Laufe der Zeit füllten sich die Trichter mit Wasser und bildeten die Maare. Zum anderen wird im Museum das Thema Mineralwasser und dessen Entstehung erklärt, was insbesondere für CO2 interessant ist. Das Mineralwasser, das in Daun oder im bereits erwähnten Gerolstein gewonnen wird, unterscheidet sich von gewöhnlichem Grundwasser durch seinen höheren Gehalt an gelösten Stoffen. So muss ein echtes Mineralwasser nach gesetzlicher Regelung mindestens ein Gramm gelöste feste oder gasförmige Stoffe in 1.000 Gramm Wasser enthalten. Je mehr CO2 in Wasser gelöst ist, desto saurer wird es – und desto besser kann es Mineralien lösen. In der Eifel gibt es Quellen – sogenannte Dreis oder Drees – die besonders viel CO2 enthalten. Die Menge des CO2, das in der Eifel jährlich zutage tritt, wird auf 0,5 bis eine Millionen Tonnen geschätzt. Die hier lebenden Menschen kennen die Gefahren, die vom CO2 ausgehen können. Da das Gas schwerer ist als Luft, sammelt es sich in Vertiefungen im Boden sowie in Höhlen oder Kellern, sodass Mäuse dadurch getötet werden können. Auch Menschen können in Gefahr geraten, wenn sie sich nicht in Acht nehmen. Zusätzlich bietet das Vulkanmuseum regelmäßig Veranstaltungen für Kinder an, welche (bei schönem Wetter) die Fahrt zu einem Maar mit Erklärungen und weiteren Programmpunkten vor Ort beinhalten. Aktuelle Informationen und Termine zu diesen Veranstaltungen finden Sie auf der Homepage des Vulkanmuseums.

Die 24 Meter hohe Vulcano-Infoplattform in Steineberg.

VulcanoInfoplattform in Steineberg
Um einen Überblick über die Landschaft der Eifel zu erhalten, lohnt sich als letzte Station die Vulcano - Infoplattform in Steineberg. Steineberg auf dem »steinernen Berg« liegt 558 Meter über dem Meeresspiegel, wurde vor 34 bis 35 Millionen Jahren durch Vulkanismus geschaffen und ist da durch schon viel älter als beispiels weise die Dauner Maare, die »erst« vor 20.000 Jahren entstanden. Hier wurde ganz oben auf dem Berg in einer idyllischen und ruhigen Umgebung, mitten in einem kleinen Waldstück, ein Aussichtsturm gebaut.

Um zur Aussichtsplattform in 24 Meter Höhe zu gelangen, führen fast 140 Stufen nach oben. Hier kann man ineinem fantastischen Rundblick über die Landschaft der Eifel die vulkanischen Aktivitäten erkennen. Holzbänke und -tische laden zu einer Pause ein.

Anfahrt
Maria Laach
Über die A61 von Koblenz Richtung Bonn, circa 19 Kilometer entfernt von Koblenz. Bei der Autobahnausfahrt Mendig den Beschilderungen folgen.
Daun
Vom Laacher See Richtung Mayen und auf der A48 RIchtung Trier. Am Autobahndreieck Vulkaneifel in RIchtung Daun. Das Vulkanmuseum befindet sich in der Stadtmitte.
Steineberg
Von Daun aus Richtung Mehren. Mitten im Dorf links Richtung Steiningen (drei Kilometer). Hier Richtung Steineberg. Folgen Sie den Hinweisschildern zur VulcanoInfoPlattform.

Öffnungszeiten
1. März bis 15. November:
Di bis Fr 13:00-16:30 Uhr
Sa, So, feiertags 11:00-16:30 Uhr

2. bis 6. Januar und 26.-31. Dezember:
Di bis Fr 13:00-16:30 Uhr

Führungen für Gruppen nach Vereinbarung.

Informationen
Maria Laach
www.maria-laach.de
Eifel-Vulkanmuseum Daun
Leopoldstr. 9
54550 Daun
Telefon 06592/98 53 53
www.vulkaneifel.de/eifel-vulkanmuseum/ 

Übersichtskarte Maria Laach.